Sportverletzungen bei Kindern: 9 Tipps zur Vorbeugung

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Kinder können durch Sport ihr Bedürfnis nach Bewegung befriedigen, sei es durch Fußball, Klettern oder Skifahren. Doch jede Sportart birgt ein gewisses Verletzungsrisiko.
Sportverletzungen bei Kindern passieren häufig plötzlich und unerwartet. Bei kleinen Verletzungen können Kinder bereits nach einer kleinen Pause direkt weiter machen. In schwerwiegenden Fällen können allerdings komplexe Verletzungen auftreten. In der Regel verläuft die Heilung bei Kindern allerdings bei leichten und auch bei schweren Sportverletzungen ohne Probleme.

Welche Körperpartien sind bei Kinder Sportverletzungen meistens betroffen?

Die meisten Sportverletzungen treten bei Kindern in Schule und Vereinssport auf. Bei Ballsportarten verletzen sich die Kinder durch Stürze, Balltreffer oder Zusammenprall mit anderen Spielern (Quelle).

Bänderverletzungen kommen bei Erwachsenen Sportlern häufig vor, sind aber bei Kindern eine Seltenheit, da die Kräfte geringer sind. Außerdem sind die Bänder der Kinder dehnbarer als die von Erwachsenen (Quelle).

Vielmehr kommen bei Kindern in Ballsportarten Prellungen, Brüche, Verstauchungen und offene Wunden vor. Bei Sportarten, in denen man verstärkt die Hände einsetzt, verletzen sich die Kinder hauptsächlich an den Fingern. Eine weitere Stelle ist das Sprunggelenk, wo Kinder hauptsächlich an Verstauchungen und Brüchen leiden. Beim Turnen verletzten sich die Kinder an der Wirbelsäule und am Oberkörper allgemein. Wohingegen Sport Verletzungen an Sprung- und Kniegelenk in der Leichtathletik eher dominieren (Quelle).

Akute Sportverletzungen bei Kindern verhindern – 9 Tipps

Natürlich gibt es Situationen im Sport, in denen die Kinder keine Zeit haben, um zu reagieren.
Klassisches Beispiel: ein Kind bekommt aus naher Entfernung einen Ball ins Gesicht und erleidet eine Gehirnerschütterung.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Wege, um das Risiko von akuten Sportverletzungen bei Kindern zu reduzieren.
Unsere 9 Tipps!

Bewegungskoordination gegen Sportverletzungen bei Kindern

Fokus im Kindesalter sollte auf koordinative Fähigkeiten und das Erlernen von korrekten Bewegungstechniken im Sport gelegt werden.
Treten bei einer Sportart gehäuft bestimmte Verletzungen auf, empfiehlt es sich ein Teil des Trainings darauf auszurichten.

Beispiel – Basketball: bei Sprunggelenksverletzungen, die etwa beim Landen nach einem Sprung auftreten, empfiehlt es sich, genau diese Bewegung im „geregelten Rahmen“ zu trainieren (z.B. durch dynamische Gleichgewichtsübungen etc.).
Bei Ballsportarten, bei denen Verletzungen am Finger durch Bälle verursacht werden, wird der
Fokus auf Fangtechniken gelegt.

Dazu haben Kinder mit einer großen Bewegungserfahrung eine bessere Selbsteinschätzung – sie wissen was sie können und was nicht. Sie sind weniger leichtsinnig und übermütig, als andere Kinder, die einen „gefährlichen Ehrgeiz“ durch mangelnde Einschätzung haben.
Kindern wird im geregelten Rahmen (Training) gezeigt, wo ihre Grenzen sind und was sie tun müssen, damit sie eine neue Bewegungsform lernen – ohne ihre Gesundheit zu gefährden.

Training der Falltechnik als Maßnahme gegen Verletzungen im Sport

Da die Stürze eine häufige Ursache von Verletzungen ist, lohnt es sich diesem Bereich zu widmen.
Kindern sollten lernen, wie sie sich bei einem Sturz verhalten. Das ist am besten im Training zu trainieren. Wie positioniere ich meine Arme? Meine Hände? Meine Finger? Habe ich die Chance abzurollen durch eine „Judorolle“?
Falls Sie sich im Bereich „Falltechnik“ nicht auskennen, lohnt es sich einen Judotrainer um Tipps oder um eine „Gast-Trainingseinheit“ zu bitten.

Starke Kinder verletzen sich seltener

Die Kräftigung des Rumpfes ist ein wichtiger Bestandteil der Verletzungsprophylaxe bei Kindern im Sport. Durch eine gute Rumpfmuskulatur kann das Kind Stöße und andere äußere Kräfte gut abfangen, wodurch es im Gleichgewicht bleibt. Mehr Informationen zum Krafttraining bei Kindern findest du hier.

Intaktes Spielfeld und Utensilien

Trainer sollen das Spielfeld auf Mängel und Gefahren überprüfen – z.B. auf einem Rasenplatz verletzen sich Kinder häufig wegen Schlaglöchern.
In Hallen sollte sichergestellt werden, dass z.B. Tore keine scharfen Kanten haben oder Basketballkörbe gut befestigt sind.
Beim Turnen oder Trampolinspringen ist die richtige Platzierung der Matten essenziell.

Gute Ausrüstung und sichere Sportgeräte helfen gegen Sportverletzungen bei Kindern

Werden kindgerechte Sportgeräte bzw. passende Ausrüstung benutzt, sinkt das Risiko von Sportverletzungen bei Kindern. Dazu zählen bei Ballsportarten kindgerechte Ballgröße und Ballgewicht. Weitere Beispiele:
Fahrradfahren: Kind fährt mit Helm.
Kinderboxen: korrektes Bandagieren der Handgelenke.
Passende Sportschuhe – bei schlecht sitzenden Sportschuhen kann es dazu kommen, dass Kinder stolpern oder nach einem Sprung schlecht landen.

Kindgerechtes / Spielerisches Aufwärmen

Das Aufwärmen wird im Kindesalter sehr unterschätzt und gern übersprungen. Allerdings ist es enorm wichtig, um das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungsapparat (Muskeln, Bänder, Sehnen, Knorpel) auf die bevorstehenden Spiele vorzubereiten. Das wird durch eine bessere Durchblutung im Körper gewährleistet.

Ein Aufwärmen bei Kindern ist mit Spaß verbunden, weshalb es spielerisch gestaltet wird und die Kinder moderat belastet – stumpfes Rundenlaufen ist hier ein No-Go!

Regelmäßige Trinkpausen sind essenziell gegen Verletzungen im Sport

Kinder schwitzen beim Sport stark und brauchen deshalb viele Trinkpausen. Bekommen sie keine, lässt ihre Konzentration nach, wodurch sie die eine oder andere Bewegung mit mangelhafter Technik ausführen und sich dabei verletzen können.

Spielregeln schützen Kinder vor Sportverletzungen

Um Sportverletzungen bei Kindern zu vermeiden, ist es wichtig, dass alle Kinder die Regeln des Sports verstehen und fair spielen. Es wird kindgerecht erklärt, wo die Grenzen im Sport sind und warum es so wichtig ist, sie nicht zu überschreiten.
Einfach jemanden zu foulen ist unsportlich. Geduldet wird es nur, wenn es aus Versehen passiert.

Auch beim Skifahren gibt es beispielsweise Sicherheitsregeln (FIS Regeln), die beachtet werden müssen, um sicher auf der Piste zu fahren. Eine dieser Regeln ist z.B., dass man nicht an unübersichtlichen Stellen anhalten kann – und vor allem nicht in der Mitte der Piste.

Weiterhin haben bestimmte Spielweisen, die im Erwachsenensport oft zu sehen sind, im Kindersport nichts zu suchen. Es ist z.B. nicht gesundheitsfördernd, wenn Kindern gezeigt wird, wie ein „taktisches Foul“ funktioniert (und dabei die Verletzung eines Kindes in Kauf genommen wird)

Beim Trampolinspringen gibt es z.B. die Regel, dass 2 Kinder nicht auf dem selben Trampolin springen dürfen. Über 75% der Sportverletzungen auf dem Trampolin passieren, wenn mehr als 1 Kind auf einem Trampolin springen.

Gleichstarke miteinander trainieren lassen

Große körperliche Unterschiede (Größe, Gewicht, Kraft) zwischen den Spielern ist im Kinderbereich normal. Allerdings erhöht dieser Fakt das Verletzungsrisiko der körperlich „unterlegenen“ Spieler, wenn sie antreten.
Trainer sollten das Training so gestalten, dass große Kinder mit kleineren möglichst wenige Zweikämpfe haben. Klein spielt gegen klein. Groß spielt gegen groß.

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