Trainierbarkeit, sensible Phasen & goldenes Lernalter im Sport

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Goldenes Lernalter und sensible Phasen im Sport

Bei den sensiblen Phasen geht es um Altersabschnitte, in denen der Körper sehr „empfänglich“ auf bestimmte Erfahrungen und Trainingsreize reagiert. Man spricht auch von einer Trainierbarkeit. Sensible Phasen im Sport haben also nichts damit zu tun, wie empfindlich ihre Kinder im psychologischen Sinne sind. Vielmehr geht es um Fragen wie, was muss in welcher Lebensphase des Kindes trainiert werden, um optimale Trainingsreize zu setzen? Macht es Sinn bei einer 15-jährigen Leichtathletin die Reaktionszeit zu trainieren? Oder sollte sich das Leichtathletik-Training in diesem Lebensabschnitt auf Bereiche, wie Lauftechnik, Maximalkraft und Ausdauer fokussieren?

Die unten stehende Grafik zeigt auf, wie stark ausgeprägt die koordinativen Fähigkeiten insgesamt in den unterschiedlichen Altersbereichen sind.

Koordinative Fähigkeiten in Altersklassen – Goldenes Lernalter – Kindersport Wissen ©

Deutlich zu erkennen ist, dass Kinder ab dem frühen bis zum späten Schulkindalter, zwischen 7 und 11 Jahren Kinder das größte Potenzial haben sich in ihren koordinativen Fähigkeiten zu verbessern (Kurve verläuft linear nach oben). Man spricht in dieser Phase auch vom goldenen Lernalter. Ab der Pubertät ist die Trainierbarkeit, also das Potenzial sich zu verbessern, sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen niedriger.

Folgende Tabelle zeigt ebenfalls auf, in welchen Jahren sich Kinder/Jugendliche in bestimmten koordinativen und konditionellen Fähigkeiten gut verbessern können und in welchen kaum.

Trainierbarkeit der Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen im Sport – Kindersport Wissen ©

Die koordinativen Fähigkeiten sind im Grundschulalter am besten trainierbar

Wie aus den Grafiken zu entnehmen ist, sind Grundschulkinder insbesondere bezüglich ihrer koordinativen Fähigkeiten besonders empfänglich. Die einfache Reaktionsschnelligkeit kann nach dem Grundschulalter sehr schlecht bis kaum beeinflusst werden.

Die Rhythmusfähigkeit lässt sich ebenfalls bis zum Eintreffen der Pubertät trainieren, später wird es schwieriger. Kein Wunder, dass wir als nicht Tänzernation etwas steif und unrhythmisch beim Tanzen erscheinen.

Die Erklärung ist einfach: Wir bekommen im Grundschulalter eindeutig zu wenige koordinative Reize, die unsere Fähigkeiten im Tanzen trainieren. Ist man an einem Ort, in dem Tanzen ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft ist, wie beispielsweise in Uganda, merkt man sofort wie feinfühlig ihre tänzerischen Bewegungen erscheinen. Menschen in Uganda tanzen Zuhause, unter Freunden, in der Schule und natürlich auch beim Jubeln im Sport.

Motorische Fähigkeiten wie das Erhöhen der anaeroben Ausdauer sollten hingegen etwas später, etwa ab dem 14 Lebensjahr trainiert werden.

Aus neuen Studienerkenntnissen zeigt sich, dass es durchaus sinnvoll ist die Maximalkraft von Grundschulkindern zu trainieren. Hier eignen sich allerdings nur Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht. Krafttraining mit Gewichten ist hier nicht zwingend nötig.

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