Sportverbot für Kinder bei schlechten Noten: eine richtige Konsequenz?

kindersport und schulsport

Konkurrenz zwischen Schule und Sportverein

Häufig kollidiert der Sport mit anderen Verpflichtungen der sporttreibenden Kinder. Wenn ein Kind die Schule wegen des Sports schlechtere Noten schreibt, ist das für Eltern besorgniserregend. In manchen Fällen befinden sich die Eltern im Dilemma: Schule oder Training? Sie sehen den Sport als Konkurrenz zur Schule und verbieten ihren Kindern den Sport.

Manche Eltern sehen das regelmäßige Training als Zeit fressende Aktivität, die das Kind davon abhält täglich für die Schule zu lernen, um gute Noten zu schreiben.

Werden die Schulnoten bei Kindern durch ein Sportverbot besser?

Nach Stand der Wissenschaft führt der Austritt aus dem Sport und auch der Sportverbot nicht zu besseren schulischen Leistungen!
Es gibt durchaus Kinder, die ihrem Sport sehr intensiv nachgehen und gleichzeitig ihre schulischen Verpflichtungen vollständig erfüllen, und Jugendliche, die sowohl in der Schule als auch im Sport hohe Leistungen erbringen. Sind die schulischen Leistungen eines Kindes schwach, kann es am schwachen Interesse für die Schule liegen.

Studienergebnisse stimmen dem nicht zu und zeigen das Gegenteil: In einer Studie der Harvard University wurde bei Kindern, die regelmäßig Sport getrieben haben, festgestellt, dass  „Hippocampus, Stirn- und Schläfenlappen, also Bereiche im Gehirn, die mit dem kognitiven Denken direkt verankert sind“ deutlich an Volumen gewonnen haben, sprich die Anzahl der Nervenzellen sich in wichtigen Gehirnarealen vervielfacht hat.

In einer weiteren Studie, in der viele Kinder und Jugendliche untersucht wurden, wurde ein hoher Zusammenhang zwischen Bewegung und sportlicher Betätigung und den Prüfungserfolg in Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften festgestellt. Es konnte auch eine bessere Leistung in den Bereichen Satzaufbau, Buchstabieren und Schreiben festgestellt werden.

Wie kann man Schule und Verein zeitlich miteinander vereinbaren?

Man kann durchaus hinterfragen, ob die Sport-Schule-Beziehung passt oder, ob nach Alternativsportarten gesucht werden sollte.
Ist ein Kind beispielsweise ab 15 Uhr nicht mehr aufnahmefähig und hat Schwierigkeiten zu lernen, empfiehlt es sich einen Sport auszusuchen, der um diese Uhrzeit stattfindet. Im Anschluss nach einer Mahlzeit kann noch, falls nötig, eine halbe Stunde gelernt werden.

Fakten aus der Wissenschaft zeigen, dass sporttreibende Kinder und Jugendliche genug Möglichkeiten haben, sich auch der Schule zu widmen, da sie durch den Sport den Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit gelernt haben.

Bei schlechten Noten muss es also andere Konsequenzen geben als den Sport den Kindern zu verbieten.

Sportvereine und Schulen sollten kooperieren

Die Schule trägt zur geistigen Entwicklung des Sportlers bei. Dies wiederum hilft im Sport, das Kind denkt und handelt effektiver.

Insbesondere auf hohem Leistungsniveau verlangt der moderne Sport eine hohe psychische Leistungsfähigkeit, wie z.B. eine schnelle Denkweise. Weiterhin sind Kreativität und hohe Konzentrationsfähigkeit aus dem Sport nicht wegzudenken.

Wir dürfen also Schule und Sport nicht miteinander vergleichen. Vielmehr sollte zwischen Schule und Sport eine Brücke und Kooperationen gebaut werden. Die beiden Bereiche sollten als eine Gesamtheit betrachtet werden, die zur ganzheitlichen Entwicklung des heranwachsenden Menschen beiträgt.

Positive Aussagen helfen dem Kind Sportverein und Schule zu verbinden

Entscheidet man sich als Elternteil gegen den Sport und gibt Kommentare ab wie „Lerne lieber, denn du wirst im Sport eh keinen Erfolg haben“ nimmt man dem kleinen Athleten das Selbstvertrauen und vor allem die Möglichkeit, etwas Tolles zu erleben.

Eine erfolgsversprechende Aussage wäre: „Lerne, damit du auch im Sport erfolgreich bist!“ oder „Gehe zum Training, damit du auch in der Schule leistungsfähig bist“.

Eltern sollten mit ihren Kindern ein Programm erstellen

Der Sportler benötigt letztendlich Unterstützung, um mit seiner Zeit besser umzugehen und seine Lieblingsaktivität weiterhin auszuüben.
Helfen Sie dem Kind ein tägliches Programm zu erstellen, das es ihm möglich macht, sowohl für die Schule zu lernen als auch zum Training zu gehen!

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