Gaming & eSports für Kinder – der ultimative Guide für Eltern

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Wie wichtig ist Gaming für Kinder?

Über 20% der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren spielen fast täglich an Computer oder Konsole (Quelle). Bei ca. 6 Millionen Kindern in Deutschland in dem Altersbereich sind es ca. 1,2 Millionen, für die Gaming und eSports zur Normalität gehört – Tendenz steigend.

Diese Zahlen sagen uns deutlich, dass Videospiele bzw. Gaming bei Kindern schon längst angekommen sind.

Gaming und eSport bei Kindern – wo sind die Unterschiede?

Gaming ist das bloße Spielen an Computern – hier ist nicht nur der PC selbst gemeint, sondern alle Geräte, die Spiele abspielen können. Ähnlich wie auf Bolzplätzen, spielen die Kinder hier ohne geregelte Rahmenbedingungen ihre Lieblingsspiele.

eSport ist dagegen wettkampfgetrieben, strukturiert und organisiert.
Es gibt für sehr viele Computerspiele organisierte Ligen und Turniere, die hauptsächlich online und, wenn auch seltener, offline auf sogenannten Lan-Turnieren stattfinden.

Bei sehr beliebten Spielen, wie „Counterstrike Global Offensive„, haben Kinder eine große Konkurrenz und die Preisgelder bei hochklassigen Turnieren sind hoch.

Ist ein Kind Teil eines erfolgreichen Teams, wird es von professionellen Unternehmen organisiert und belohnt.
Sobald ein Kind keine guten Leistungen zeigt, kann es schnell aus dem Team aussortiert werden- ähnlich wie im Kinder- und Jugendleistungssport.

Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Anzahl der Spieler, die mit eSport ein richtiges Gehalt verdienen, sehr gering ist: nichtsdestotrotz ist der Antrieb der Kinder viel zu gamen sehr groß.

Warum macht Kindern das Zocken an PC und Playstation so viel Spaß?

Hinter beliebten Computerspielen, wie Fortnite, FIFA, Counterstrike, League of Legends oder Minecraft, stecken große börsennotierte Unternehmen, die jährlich mehrere Milliarden Euro verdienen. Und sie haben ein Ziel: Kinder möglichst lange vor den Bildschirmen zu halten. Sie haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um Kindern das Gaming so schmackhaft wie nur möglich zu gestalten.

Natürlich macht es den Gamer-Kindern Spaß sich untereinander zu vergleichen und in unterschiedliche Communities einzutauchen, in denen sie sich mit Gleichaltrigen austauschen.

Eine der Hauptstrategien dieser Konzerne ist aber, Kindern immer wieder neue Aufgaben zu stellen und sie im Anschluss zu belohnen – sei es mit Punkten, mit dem Gefühl etwas geschafft zu haben oder mit Features aus dem Spiel wie z.B. Skins. Der Anspruch dieser Aufgaben ist immer an das Leistungsniveau der Kinder angepasst, so dass auch Anfänger belohnt werden.
Durch das ständige Belohnen denkt das Gehirn, dass das Spielen „lebenswichtig“ ist.

Außerdem werden Computerspiele so gestaltet, dass die Kinder mit Reizen überflutet werden. Gamer sind 100% auf die Sache konzentriert, um nichts zu verpassen. Es passiert ständig etwas. Die Kinder werden mit dem „Glückshormon“ Dopamin überschwemmt. Da kann einem der Alltag schnell langweilig vorkommen, wenn man dieses Gefühl beim Spielen ständig haben kann.

Ist eSport tatsächlich Sport?

Der eSport kämpft in Deutschland seit Jahren darum, vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Sport anerkannt zu werden, was ihm bisher nicht gelang. Die Begründung des DOSB: es fehlt die Körperlichkeit.
In asiatischen oder amerikanischen (Nord- und Südamerika) Ländern ist eSport längst als Sportart anerkannt.

eSportler beeindrucken mit besonderen motorischen Fähigkeiten. Sie schaffen es Tastatur und Maus blitzschnell und ausgesprochen präzise zu bedienen – das sind koordinative Höchstleistungen, die Kinder und Jugendliche auch nach tausenden von Stunden nicht immer erreichen.

Dazu werden die Gamer Kinder geistig stark herausgefordert. Sie müssen in Teamspielen miteinander schnell und klar kommunizieren – auch hier gilt: je höher das Niveau, desto besser laufen diese Prozesse in Teams ab. Außerdem müssen Kinder während des Spiels strategische Entscheidungen treffen, um den Gegner zu besiegen.

Gamer Kinder und Jugendliche, die auf sehr hohem Niveau spielen, trainieren sehr viel – 40 Stunden pro Woche sind hier nichts Besonderes. Hier wird nicht nur rumgespielt. Es werden unterschiedliche Spielzüge geübt oder individuelle Spielfähigkeiten trainiert.

Ist eSport gut oder schädlich für Kinder?

Sportwissenschaftler und Ärzte bemängeln an eSport-Kindern, dass sie zu wenig schlafen, sich zu wenig bewegen und unausgewogen ernähren. Das ist auch normal. Wer 6 Stunden schläft, 6 Stunden in der Schule sitzt und die restlichen 12 Stunden am Computer spielt, der hat wenig Zeit für Bewegung, gutes Essen und Familie und Freunde.

Außerdem führt die obengenannte Reizüberflutung dazu, dass Kinder keine Wahrnehmung von Zeit, Körper und Geist haben und häufig „vergessen“, dass sie hungrig sind oder Schlaf brauchen. Das einzige was zählt, ist das Spielen selbst.

Dazu tendieren Kinder im Gaming deutlich hemmungsloser hinsichtlich Sprache und Kommunikation zu sein – sie fluchen und beleidigen schneller, als sie es draußen auf dem Sportplatz machen würden.

Auch der Faktor Spielsucht ist nicht zu unterschätzen. Manche Kinder spielen so viel, dass sie an nichts anderes denken können. Nach der Schule wird nicht gegessen, sondern erstmal gezockt. Auch wenn es Probleme in der Schule gibt, möchten sie weiterhin möglichst viel spielen. Auf Regeln reagieren sie äußerst aggressiv. Sie täuschen Angehörige über den Umfang des Spielens. Hat das Kind negative Gefühle, geht es nicht auf Freunde oder Familie zu – es spielt.

Kinder können allerdings auch gute Freundschaften mit ihren Spielpartnern schließen und treffen diese sogar, wenn es die Eltern erlauben, auf LAN-Partys.

Im Gaming lernen Kinder kreativ und selbstständig zu sein, indem sie für sich oder ihr Team beispielsweise Strategien oder Spielzüge entwickeln.

Auch der Faktor Führungskompetenz kommt im eSport nicht zu kurz. Jedes Team hat einen Kapitän, der während des Spiels ein Team zum Erfolg führt.

Die Kinder müssen lernen mit Stresssituationen umzugehen, denn in Computerspielen entstehen sie viel häufiger als in den meisten Sportarten.

Gaming kann sich also nicht nur negativ, sondern auch positiv auf Kinder auswirken. Nichtsdestotrotz kann man die Erfahrungen, die Kinder durch Sport machen, nicht mit denen im Gaming vergleichen.

Gaming & eSports als Konkurrenz zum Sport?

Deshalb konkurriert eSports & Gaming NICHT mit dem Sport.
Kinder, die (noch) nicht spielsüchtig sind, fangen erst an zu spielen, wenn sie sich langweilen, nicht raus dürfen und keine bessere Alternative haben.
Sie möchten am liebsten raus. Ihre Freunde physisch treffen. Ihre körperlichen Fähigkeiten testen. Die Natur entdecken. Sport machen.

Mein Kind möchte trotzdem gamen. Wie gehe ich damit als Elternteil um?

Ist der Wunsch des Kindes zum Computerspielen groß, da z.B. die Freunde ebenfalls spielen, sollten Eltern gelassen sein. Allerdings sind Regeln unabdingbar für Kinder. Die Spieldauer muss in jedem Fall reguliert werden.

Folgende Spieldauern (inkl. Fernsehen!) sind für Kinder unbedenklich:
Wie lange dürfen 4-6-Jährige spielen?: max. 30 Minuten zusammen mit Eltern.
Wie lange dürfen 7-10-Jährige spielen?: max. 45 Min.
Wie lange dürfen 11-13-Jährige spielen?: max. 1 Stunde pro Tag

Hat der Jugendliche nach der Pubertät den Wunsch ambitioniert zu spielen und in einem Team regelmäßig zu trainieren, dann lassen Sie sich die Situation genau erklären. Geht das für Sie in Ordnung, dann erstellen Sie gemeinsam einen Zeitplan, in dem konkret aufgeschrieben wird, wann gespielt wird. Wird außerhalb der Trainingszeiten über 2 Stunden am Tag gespielt, sollten Sie den Grund herausfinden. Ist es einfaches „Rumgezocke“ oder werden die im Training erprobten Elemente trainiert?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Lassen Sie sich erklären, was im Spiel genau passiert, mit wem es sich trifft. Sehen Sie sich auch mal eine Runde unvoreingenommen an, damit Sie die Situation besser einschätzen können.

Apell an Eltern und Sport

An Eltern

Nach einem harten Tag in der Arbeit möchte man endlich Ruhe. Es ist einfach, dem Kind ein Tablet in die Hand zu drücken und sich dabei in Ruhe eine Netflix-Serie anzusehen.
Es gibt allerdings viele Alternativen, die förderlich für die Eltern-Kind-Beziehung sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen.

Outdoor-Beispiele:
– Spaziergang
– Schneeballschlacht
– Schlittenfahren
– Fahrradfahren
– Ballspiele
– Inline-Skating
– Spielplatz

Indoor-Beispiele:
– Gesellschaftsspiele & Karten
– Wahrnehmungsübungen (Yoga)
– Sportübungen
– Gemeinsam kochen
– Gemeinsam basteln/reparieren

An Sport

Es muss bei Trainern und Vereinen ankommen, dass Sport für alle ist. Das gelingt nur, wenn alle Kinder die Möglichkeit bekommen zu leisten, teilzunehmen, besser zu werden, sich mit anderen vergleichen zu können, Teil eines Teams sein.

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