Hat Kinderboxen auch gute Seiten?

Kind Boxen Sport

Boxen bereitet vielen Eltern Sorgen

Viele Eltern fragen sich, ob die Vorteile der Sportart Boxen das Verletzungsrisiko überwiegen.
Die „American Academy of Pediatrics“ rät Kinderärzten davon ab, dass Kinder zum Boxverein gehen sollen. Auf der anderen Seite unterstützen viele Trainer und Sportwissenschaftler, die den Boxsport kennen, diese Sportart. Boxen lehrt Kindern Disziplin und Respekt, wie keine andere Sportart.

Boxen gegen Mobbing

Viele Kinder werden in- oder außerhalb der Schule Opfer von Bullying. Einer sozialwissenschaftlichen Studie zufolge erfahren Kinder, die Kampfsportarten ausüben, insgesamt weniger Bullying-Attacken und Auseinandersetzungen – sie werden von ihren Mitschülern häufiger respektiert.
Auch werden Kinder durch die Ausübung dieser Sportart zum größten Teil weniger aggressiv und zeigen ihr kämpferisches Können ausschließlich im Boxverein.

Sparring – nur mit Erlaubnis der Eltern

Der größte Teil des Trainings findet außerhalb des Ringes statt, die jungen Sportler betreten den Ring nur selten mit einem echten Sparringpartner. Das übliche Training besteht aus Dehnen, Konditionstraining, Übungen am Sandsack und Technikübungen allein oder mit einem Trainingspartner. Außerdem legen viele Trainer Wert auf eine einwandfreie Beinkoordination, die wesentlich für die Sportart ist.

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Verletzungen an Hand und Handgelenk kommen zwar vor, sind aber eine Seltenheit. Diese Partie wird von allen qualifizierten Boxtrainern durch richtiges Bandagieren geschützt.
Die Sorge der Kinderärzte um Kopfverletzungen können Ihnen die Trainer nehmen.

Ob ein Kind in den Ring steigt und gegen ein anderes Kind einen Trainingskampf (Sparring) absolviert, obliegt den Eltern – diese sollten sich mit dem Übungsleiter austauschen, um die Situation besser einschätzen zu können. Falls die Eltern das Sparring genehmigen, findet es im Training ausschließlich unter Aufsicht eines Trainers statt. Oberstes Ziel des Sparrings ist das Erlernen von Kombinationen und die Anwendung der eingeübten Technik. Harte Schläge sind in diesem Rahmen nicht zielführend und werden von den Trainern nicht geduldet.

Trainer bereiten ihre jungen Athleten sehr lange darauf vor, bis sie in den Ring steigen. Das Kind trägt dämpfende Handschuhe und einen Helm, welcher das Gesicht gut vor Schlägen und kleinen Kratzern schützt. Schutzequipment ist keine Option, sondern Voraussetzung – auch am Sandsack.

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Auch wenn viele professionelle Boxer ohne Helm kämpfen, ist das ist kein Grund zur Sorge. Sollte das Kind jemals dieses Niveau erreichen, wird es bereits erwachsen sein und eigene Entscheidungen treffen und Sie werden gelernt haben mit der Situation gut umgehen.

Boxen ist Sport

Interessiert sich Ihr Kind für Boxen, wird es weniger Zeit vor Computer, Fernseher oder Smartphone verbringen. Es baut seine koordinativen und konditionellen Fähigkeiten aus und lernt grundlegende Werte aus dem Sport. Zusätzlich lernt es andere Kinder aus seiner Gruppe kennen, mit denen es Freundschaften außerhalb der Schule schließen kann. Gesundes Sporttreiben wird zur Lebenseinstellung. Das Kind bekommt zusätzliche Motivation, indem es sich Ziele setzt und diese mit Disziplin verfolgt. Jeder Erfolg in der Sportart stärkt das Selbstbewusstsein, was sich auch positiv auf das Alltagsleben auswirkt.

Nicht jedes Kind muss Fußball mögen. Lassen Sie Ihre Kinder unterschiedliche Sportarten ausprobieren. Boxen ist definitiv eine Option. Geben Sie ihnen die Möglichkeit Spaß am Sport zu entwickeln.